Sabbatical-Finanzierung über das Lebensarbeitszeitkonto: Gabriele Scheumann berichtet aus der Praxis

Immer mehr Berufstätige denken über eine längere berufliche Auszeit nach. Doch wie lässt sich ein Sabbatical finanziell sauber gestalten? Gabriele Scheumann, tätig im Bereich Payroll Services Europe bei UPM, hat ihre Auszeit über ein Lebensarbeitszeitkonto finanziert und gibt im Interview Einblick in die praktische Umsetzung.

Das Lebensarbeitszeitkonto gewinnt für Unternehmen und Beschäftigte zunehmend an Bedeutung, gerade wenn es um längere Auszeiten, gesundheitliche Erholung oder eine bewusste Neuausrichtung der beruflichen Zukunft geht. Gabriele Scheumann hat diesen Weg selbst gewählt und schildert, worauf es bei Ansparung und Umsetzung ankommt.

Wie finanziert man sich heute ein Sabbatical, zum Beispiel über ein Zeitwertkonto?

„Mein Sabbatical finanziere ich über ein Lebensarbeitszeitkonto. Eingebracht habe ich dafür Arbeitszeit, Resturlaub und Entgeltbestandteile, ergänzt durch einen Zuschuss meines Arbeitgebers“, erklärt Scheumann.

Was hat Sie persönlich bewogen, sich diese Auszeit zu nehmen?

Ausschlaggebend waren gesundheitliche Beschwerden, die durch einen kontinuierlich gestiegenen Leistungsdruck im Berufsalltag entstanden sind. Die Auszeit war für Scheumann eine notwendige Konsequenz, um diesem Druck entgegenzuwirken.

Wie läuft die Ansparphase praktisch ab, und worauf sollte man dabei achten?

Aus Scheumanns Sicht ist die enge Abstimmung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat entscheidend. Beide Seiten sollten gemeinsam ein tragfähiges System für das Lebensarbeitszeitkonto erarbeiten. Ebenso wichtig sei ein verlässlicher Partner, der die Verwaltung des Kontos übernimmt.

Was machen Sie konkret in dieser Zeit?

Für Scheumann steht im Vordergrund, einmal nicht ständig erreichbar sein zu müssen. Die Auszeit nutzt sie zudem, um Klarheit über ihre berufliche Zukunft zu gewinnen.

Hat ein Lebensarbeitszeitkonto Einfluss auf die Rente, und wenn ja, wie?

In ihrem konkreten Fall hat das Konto keinen Einfluss auf die Rente. Während des Sabbaticals erhält sie weiterhin Entgelt, das aus dem zuvor angesparten Lebensarbeitszeitkonto entnommen wird.

Was würden Sie anderen Berufstätigen raten, die über ein Sabbatical nachdenken?

Scheumanns Empfehlung ist eindeutig: Sie würde jedem raten, sich ernsthaft mit der Möglichkeit eines Sabbaticals zu beschäftigen.

Das Interview führte Jörg Maire mit Gabriele Scheumann